Name: Hans van Ooyen
Nationalität: deutsch
Profession: Freier Schriftsteller und Fotokünstler
Konditionen: a. A.

Informationen zur Person:

• Studium der Germanistik und Philosophie in Bochum

• Diplom Marketing in Dortmund

• Jahrzehntelange Erfahrung als Cheflektor eines Buchverlages (Belletristik und Non Fiction) und als AD Text in einer mittelständischen Werbeagentur

• Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u.a.: Fangschuß - Kurzprosa, Leben vorm Pütt - Reportagen, Das Bild auf ihrer Haut - Kurzprosa

• Diverse Hörspielproduktionen u.a. in Deutschland, Tschechei, Bulgarien, Frankreich, Italien, Niederlande

• Zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u.a. Deutscher Kurzgeschichtenpreis, Literaturpreis der Stadt Aachen, Alfred-Kitzig-Preis

• Ehrenamtliche Tätigkeiten u.a. als Vorstandsmitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller und Stellvertretendes Mitglied des Rundfunkrates des Westdeutschen Rundfunks

• Zahlreiche fotokünstlerische Publikationen, z.B. Close to you - erotiv moments (Bildband), Strip Sessions (Hrsg.), Kalender Close to you, Kalender Himmelskörper

• Diverse Veröffentlichungen fotografischer Arbeiten in namhaften Zeitschriften in Australioen, USA und Europa

Stimmen zur literarischen Arbeit:

"In Hans van Ooyen vereinen sich gesellschaftliches Engagement und literarisches Können. Er ist ein Autor, der mit sich selbst ringt, weil er schreibt, und weil er schreibt, ist er ein Lernender. Es gibt Menschen, die haben schon bei der Geburt ausgelernt; es gibt solche, die auf dem Sterbebett noch nicht ausgelernt haben. Was wäre die Welt ohne die letzteren?"
(Max von der Grün)

"Hans van Ooyens Erzählung erregt mit ihrer Atemlosigkeit und Dynamik die Aufmerksamkeit der Jury, die besonders die qualitative Ebene des Textes hervorheben möchte. Die Preisträger der nächsten Jahre werden sich an diesem Text messen lassen müssen."
(Aus der Begründung der Jury Aachen)

"Hervorzuheben ist die virtuose Schreibtechnik, in der es gelingt, den Leser in die inneren Vorgänge des Erzählers einzubeziehen. Die Geschichte ist fesselnd erzählt; sie wirkt nach."
(Aus der Begründung der Jury Arnsberg)

"Mit „Leben vorm Pütt“ ist in zehn Tagen ein Buch entstanden, das sich durch die Zurückhaltung und die Offenheit des Autors gleichermaßen auszeichnet. „Leben vorm Pütt“ dokumentiert den Alltag einer Arbeitersiedlung, wie dies bislang selten gelungen ist. Mit Hans van Ooyen und Jürgen Betz waren Goldgräber unterwegs, die fündig geworden sind."
(Westdeutscher Rundfunk)

"All diese Figuren entwickelt der Autor auf engstem Raum zu Persönlichkeiten mit individuellen Zügen. Dazu braucht er keine großen Worte. Ganz im Gegenteil: Die Erzählungen leben von der akribischen, oft klinisch-sterilen Beschreibung von Vorgängen, die eigentlich unbeschreiblich sind."
(Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

"Vor diesem Hintergrund baut Hans van Ooyen, einer der führenden deutschen Autoren seines Fachs, seine ebenso fesselnden wie beklemmenden Geschichten auf. Keine bittersüßen Romanzen, sondern Mini-Tragödien im klassischen Sinne. „Fangschuß“ ist kein optimistisches Buch. Aber ein faszinierendes."
(AKKU-Magazin)

Auszüge aus den Werken des Hans van Ooyen:

Das schwarze Tuch auf ihrem Bett wirft Falten. Glänzend und weich wie die Wellen auf einem See, über den Wind streicht. Still und zart. Schillernd und samten. Einsam und verlassen. Ein Ozean aus schwarzen Wassern, unter denen ihr Körper sich regt. Eine Hand taucht auf. Als wäre sie ein Fisch, den das Licht zur Oberfläche zieht, zur Sonne hinauf, die über die Hügel kriecht. Ein Fisch, der für einen Augenblick nur die Elemente wechselt, weil er die nächtlichen Tode nicht mehr zu ertragen vermag. Ein Fisch, der sich in den Himmel schwingt, als wollte er endlich ein Vogel sein.

Aus: Das schwarze Tuch


Das Mädchen auf dem Sitz gegenüber schweigt in einer fremden Sprache, verstellt den Blicken der Männer mit den Händen den Weg zu ihrem Schoß, aber sie kann ihnen nicht entkommen, und auch ich fühle plötzlich, wie meine Augen das Schlupfloch zwischen ihren Fingern suchen, schlage die Zeitung auf, zwinge meinen Blick auf die Buchstaben, aber ihr Gesicht ist noch da, zitternd zwischen den Schienenstößen auf der Glasscheibe.

Aus: Straßenbahnfahrt